Überwindet das Böse mit Gutem!
Vergeltet niemand Böses mit Bösem ...
sondern überwindet das Böse mit Gutem.
Nach einem Überfall auf eine Millionärin in der südspanischen Stadt Granada muss der 17-jährige Täter nun die Schulbank drücken. Statt den Jugendlichen ins Gefängnis zu bringen, finanziert ihm die reiche Touristin eine Ausbildung. Dadurch soll dem Arbeitslosen der Einstieg in die Berufswelt erleichtert werden.
Die natürliche Reaktion wäre gewesen: Wer einen Raubüberfall begeht, hat Strafe verdient. Doch die Frau handelte anders. Sie bot dem Täter die Chance zum Neuanfang. Sehr ungewöhnlich und vor allem mutig. Aber kann man dadurch wirklich das Böse mit Gutem überwinden, wie es die Bibel fordert? was ist, wenn der andere die Güte ausnutzt? Die reiche Frau ist nicht naiv. Sie finanziert zwar die Berufsausbildung, um dem Täter eine Chance zu geben. Doch Geld gibt es dafür nur, wenn sich der Jugendliche anstrengt und durch Zeugnisse nachweist, dass er es ernst meint.
Warum erwartet Gott, dass Christen Böses nicht mit Bösem vergelten? Nur so ist ein Durchbrechen der Spirale der Gewalt möglich. Der Erste Weltkrieg wurde durch die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgerpaares in Sarajevo ausgelöst. Die Diplomatie war nicht in der Lage, die Krise friedlich zu lösen. Millionen Menschen kamen um und Sachwerte in Höhe von vielen Milliarden Goldmark wurden vernichtet. Um im Zweiten Weltkrieg die Japaner zu bezwingen, warfen die Amerikaner im August 1945 Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Danach führte die Spirale der Gewalt dazu, dass ständig neue und „bessere“ Waffen entwickelt wurden.
Böses mit Gutem vergelten ist das Prinzip
Gottes: „Wenn wir aber unsere Sünden bereuen
und sie bekennen, dann dürfen wir darauf
vertrauen, dass Gott seine Zusage treu und
gerecht erfüllt: Er wird unsere Sünden
vergeben und uns von allem Bösen reinigen.“
(
1. Johannes 1,9 Hoffnung für alle).
Gott ist bereit, das Böse zu vergessen und
dem Schuldigen einen Neuanfang zu ermöglichen,
wenn er es auch wirklich will. Dieses Prinzip
sollten auch Christen in ihrem Leben
verwirklichen. Deshalb heißt es: „Rächt euch
nicht selbst“ (
Römer 12,19 Gute Nachricht)
– und als mögliche Handlungsweise: „Wenn
dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen,
und wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken.
Dann wird es ihm bald Leid tun, dein Feind
zu sein.“ (Vers 20)

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