Einer trage des andern Last

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Bibel-IconGalater 6,2

Lastentragen ist nicht mehr aktuell. Gabelstapler und Kräne, Rollen und Räder nehmen uns diese Arbeit ab. Wir müssen kaum noch schwer schleppen – und fühlen uns trotzdem „überlastet“! Mancher stöhnt unter der Last seines Körpergewichts, andere können sich selbst nicht „ertragen“. Hat ihnen das Schicksal zu viel zugemutet? Sind sie von ihren Eltern so verwöhnt worden, dass sie sich selbst nichts zutrauen und lebensuntüchtig geworden sind? Oder bringt unser Lebensstil heute trotz aller konkreten Erleichterung zu viel nervliche und seelische Belastung mit sich? Welche Antwort finden wir Christen auf den verzweifelten Satz: „Ich kann nicht mehr!“

Noch mehr Maschinen, noch bessere Rationalisierungsmaßnahmen lösen nicht das Problem. Auch Verweigerung von Komfort, Verzicht auf elektrisches Licht und warmes Wasser, als „alternative Lebensweise“ von Außenseitern angepriesen, bieten keine Lösung. Viele fühlen sich an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Da mahnt das Wort der Bibel, noch die Last der anderen aufzunehmen. Ist das nicht zu viel verlangt?

Auf den ersten Blick mag das so aussehen. Doch schauen wir genauer hin. Christus hat während seines Erdenlebens den allmächtigen Gott als liebevollen Vater gezeigt, der keinen über sein Vermögen versucht, keinen überfordert. Er weiß, was wir bewältigen können.

Und plötzlich geht uns auf, dass das „Gesetz Christi“ eine Chance zur Befreiung ist. Christus hat unsere Last auf sich genommen und uns einen wunderbaren Tausch angeboten. Er nimmt unsere Minderwertigkeitsgefühle und gibt uns einen neuen Wert; er trägt unsere Schuld und schenkt uns seinen vollkommenen Gehorsam. Er gibt Kraft, das Gute zu wollen und zu tun, nimmt unsern Egoismus und nimmt uns hinein in seine unendliche Liebe.

Wir müssen nur bereit sein zu solchem Tausch, müssen unsere Last auf ihn legen. Dann sind unsere Schultern frei für die Not des Nächsten. So helfen wir tragen und werden selbst gestärkt.


S. Renz