Ein heller Strahl der Ewigkeit
Und der Engel sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren,...
„Vater“ Bodelschwingh sagte einmal: „Advent und Weihnachten sind wie ein Schlüsselloch, durch das ein heller Strahl der Ewigkeit auf unseren dunklen Erdenweg fällt.“ Dunkel ist unser Weg nicht immer, aber immer wieder einmal. Den Kontrapunkt setzt die Ewigkeit. Da wird es ganz anders sein: kein Leid, kein Schmerz, keine Trauer. Darauf freue ich mich. Viele sehen im Warten auf die Ewigkeit allerdings nur eine Vertröstung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Auch gläubige Menschen brauchen schon im Hier und Jetzt einen Vorgeschmack des Kommenden.
Bodelschwingh spricht vom Schlüsselloch. Durch diese kleine Öffnung blicken wir in einen weiten Raum. Es gibt ein Danach, und aus dieser Wirklichkeit kommt ein heller Schein. Weihnachten sei solch eine durchlässige Stelle, meint Bodelschwingh. Da bekämen wir eine Ahnung davon, dass die Ewigkeit herüberwinkt, dass die Liebe Gottes näher rückt. Der Weihnachtsbaum vertrocknet, der Weihnachtsstern verblüht, der Weihrauch verduftet, Weihnachten bleibt. Und Weihnachten ist mehr als die Erinnerung an die Kindheit. Weihnachten ist das Wissen: Der Heiland ist da!
Ein Junge träumte, er stünde mit leeren Händen vor Jesus. „Ich möchte aber drei Dinge von dir haben“, hörte er eine Stimme. „O ja, da bringe ich dir meinen neuen Mantel, meine Eisenbahn, mein schönstes Buch.“ „Nein, ich möchte deinen letzten Aufsatz haben.“ „Aber da hat der Lehrer ,ungenügend' darunter geschrieben.“ „Genau, du sollst mir jetzt immer das Ungenügende bringen.“
„Dann hätte ich noch gern deine Tasse.“ Der Junge druckste herum: „Aber, die ist doch heute zerbrochen.“ „Ja, du sollst mir jetzt immer alles Zerbrochene bringen.“ – „Und dann hätte ich noch gern die Antwort, die du deiner Mutter gegeben hast, als sie fragte, wie die Tasse kaputtgegangen ist.“ Da fing der Junge an zu weinen: „Ich habe ihr gesagt, sie sei mir heruntergefallen. Dabei habe ich sie vor Wut heruntergeworfen.“ „Ja, du sollst mir jetzt immer deinen Ärger, deine Wut und deine Lügen bringen.“
Werner Jelinek
Bild: © Andreas Lochmann /
PIXELIO
Bild: © Dame Eda / fotocommunity

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Lukas 2,10.11
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